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Abstract

Sublinguale Hyposensibilisierung
Sublingual immunotherapy

Die sublinguale Hyposensibilisierung kann als kausale Therapie der Allergie Langzeitremissionen ermöglichen, ist einfach durchführbar und gut verträglich. Die Bezeichnungen Desensibilisierungstherapie oder Allergieimpfung sollten Untersuchungen zufolge nichtmehr verwendet werden, da die Langzeitremission als Therapieerfolg lediglich ein »Best-Case-Szenario« darstellt. Die WHO bezeichnete 1998 die sublinguale Immuntherapie (SLIT) als eine zuverlässige Alternative zur subkutanen Immuntherapie (SCIT). 2001 wurde sie im Positionspapier der ARIA-Leitlinien zur pädiatrischen Anwendung empfohlen.Wesentlich vorsichtiger in der Indikationsstellung sind deutsche Fachgesellschaften,welche bis zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund der gegenwärtigen Datenlage die Behandlung bei Kindern und Jugendlichen nicht empfehlen. Nach bisherigen Erkenntnissen sind Kosten-Nutzen- Aspekte der SLIT unzureichend dokumentiert. Entstandene Mehrausgaben rentieren sich vermutlich erst ab dem vierten Jahr nach abgeschlossener SLIT bei Patienten mit Langzeitremissionen. Die genauen Mechanismen der allergischen Therapie sind weiterhin ein Bestandteil intensiver Forschung. Es wird angenommen,dass die Therapie ein beim Allergiker bestehendes TH1/TH2-Ungleichgewicht ausbalanciert. Ein Ansteigen des IgG/IgE-Quotienten wirkt somit der allergischen Reaktion entgegen. Bei den verwendeten Allergenextrakten handelt es sich entweder um Fertigarzneimittel oder um patientenspezifische Präparate. Nachteil dabei ist die schlechte Vergleichbarkeit aufgrund unterschiedlicher Standardisierungen der einzelnen Hersteller.Therapieinnovationen wie die Herstellung rekombinanter Allergene sollen die Therapie in Zukunft optimieren. Eine Alternative zur Tropfenform stellt die Tablette zur sublingualen Therapie dar. Sie bietet Vorteile in der Anwendung und hat ein gutes Sicherheitsprofil.

Ralph Mösges, Jasmine Keppler, Juliane Köberlein
Institut für medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie,
Universität zu Köln

Reviewer:Matthias Kramer,München
und Martin Wagenmann,Düsseldorf

CME Hals Nasen Ohrenheilkd 2008; 2(1): 2-13