Mit freundlicher Unterstützung
Passwort vergessen? Bitte geben
Sie Ihre E-Mail-Adresse ein, mit
der Sie sich registriert haben:

Abstract

Knochenersatzmaterialien in der Mittelohrchirurgie
Bone replacementmaterials in middle ear surgery

Die moderne Ohrmikrochirurgie erlaubt eine sichere Beseitigung pathologischer Mittelohrprozesse. Mit einer Vielzahl alloplastischer Materialien wie Metallen,Kunststoffen, keramischen Werkstoffen oder Komposits lassen sich zerstörte Mittelohrstrukturen wiederherstellen. Für eine partielle Rekonstruktion der Ossikelkette sind autogene Ossikel, z.B. der Amboss, vorzuziehen (»Stapesüberhöhung «). Ist die Gehörknöchelchenkette umfangreich zerstört, so besteht für die Wiederherstellung der Schallleitung keine echte Alternative zu alloplastischen Materialien. Voraussetzung für die Verwendung dieser Materialien sind ihre Biokompatibilität, Biostabilität und ein geringes Materialgewicht. Die leichten Werkstoffe lassen in den hohen Frequenzen eine bessere Schallübertragung in das Innenohr erwarten. Ergänzend zu den etablierten keramischen Werkstoffen wie dichtem Hydroxylapatit oder Glaskeramiken (z.B. Bioverit®) sind die schlanken, den anatomischen Erfordernissen individuell anpassbaren Titanprothesen von verschiedenen Herstellern erhältlich. Selbst bei noch so subtiler,gewebeschonender und minimalinvasiver Operationstechnik hängt die Funktion der wiederhergestellten Ossikelkette von einer dauerhaft normalen Tubenmittelohrfunktion ab. Bei gut belüftetem Mittelohr ist es gestattet, das Innenohr über kurze Zeit zu eröffnen, um durch Implantation einer alloplastischen Prothese die Schallleitungsschwerhörigkeit (z.B. bei Otosklerose) zu beseitigen. Eine Hörverbesserung lässt sich durch die jahrelang bewährten Platinband-Teflonprothesen oder durch Titanprothesen erzielen.

Götz Geyer
Klinik für HNO-Heilkunde,Kopf- und Halschirurgie,
Städtisches Klinikum Solingen

Reviewer:Konrad Schwager, Fulda
und Andreas Neumann,Bochum

CME Hals Nasen Ohrenheilkd 2008; 2(1): 14-30